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SF-Klasse auf das Enkelkind übertragen
Ob Großeltern ihren Schadenfreiheitsrabatt auf ein Enkelkind übertragen können, entscheidet der Versicherer. Die Musterbedingungen des GDV nennen Großeltern nicht, die HUK-COBURG lässt die Übertragung von Großvater oder Großmutter dagegen ausdrücklich zu. In jedem Fall bekommt das Enkelkind höchstens so viele Jahre, wie es selbst den Führerschein hat.
Aktualisiert am . Redaktion: Klugscheißerei. So arbeiten wir
Was die Musterbedingungen sagen
Die Allgemeinen Bedingungen für die Kfz-Versicherung des GDV erlauben in I.6.1.3, den Schadenverlauf einer anderen Person zu übernehmen, wenn du deren Fahrzeug überwiegend gefahren hast. I.6.2.3 begrenzt den Kreis aber auf Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, Lebenspartner in häuslicher Gemeinschaft, Elternteile, Kinder und den Arbeitgeber. Großeltern und Enkel stehen in dieser Liste nicht.
Übernommen wird nach dem Muster nur der Zeitraum, in dem du das Auto der anderen Person überwiegend gefahren hast. Diesen Zeitraum musst du glaubhaft machen, insbesondere mit einer Erklärung in Textform von dir und der abgebenden Person und mit einer Kopie deines Führerscheins. Die abgebende Person gibt ihren Rabatt dabei in vollem Umfang auf. Das Muster ist eine Empfehlung, die einzelnen Versicherer dürfen davon abweichen.
Wie die HUK-COBURG es regelt
Die HUK-COBURG verlangt für eine Übertragung ein Verwandtschaftsverhältnis und zählt die möglichen abgebenden Personen auf. Neben Ehepartner, Lebenspartner, Eltern, Schwiegereltern, Kindern, Schwiegerkindern und Geschwistern steht dort auch Großvater oder Großmutter. Stief-, Pflege- und Adoptivverhältnisse erkennt sie ebenfalls an.
Auch hier gibt es eine Obergrenze: Übernommen werden höchstens die SF-Klasse aus dem Vertrag der Großeltern und nur so viele Jahre, wie das Enkelkind selbst den Führerschein hat und hätte erfahren können. Die HUK-COBURG betont, dass die abgebende Person ihren Rabatt vollständig verliert und dass eine teilweise Übertragung nicht möglich ist. Die Regeln für die Übertragung zwischen Eltern und Kind beschreibt die Seite SF-Klasse auf das Kind übertragen.
Fahren die Großeltern danach weiter selbst Auto, beginnt ihr eigener Vertrag nach I.7.2 des Musters in der Klasse, die sie bei einer Ersteinstufung bekommen hätten. Das kann für die Großeltern deutlich teurer werden.
Beispiel: Oma hat SF 25, ihr Enkel hat seit dem 1. Juni 2022 den Führerschein und ist ihr Auto überwiegend gefahren. Er versichert am 1. Januar 2027 sein eigenes Auto bei einem Versicherer, der Großeltern zulässt. Er kann höchstens die rund viereinhalb Jahre seit dem Führerschein übernehmen, nicht die 25 Jahre. Oma verliert ihre SF 25 vollständig.
So gehst du vor
- Beim Versicherer der Großeltern und beim eigenen Versicherer fragen, ob Großeltern als abgebende Person zugelassen sind.
- Führerscheindatum des Enkels und den Zeitraum der Nutzung des Autos festhalten.
- Prüfen, ob die Großeltern das Auto weiter fahren und was sie die neue Einstufung kostet.
- Übertragungserklärung in Textform von beiden unterschreiben lassen, mit Kopie des Führerscheins.
- Den neuen Beitragsbescheid des Enkels auf die übernommene SF-Klasse prüfen.
Häufige Fragen
- Bekommt mein Enkel Omas volle SF-Klasse?
- Nein. Übernommen werden höchstens so viele Jahre, wie der Enkel selbst den Führerschein hat.
- Kann Oma nur einen Teil abgeben?
- Bei der HUK-COBURG nicht, eine teilweise Übertragung ist dort ausgeschlossen. Auch das GDV-Muster spricht von einer Aufgabe in vollem Umfang.
- Lässt jeder Versicherer Großeltern zu?
- Nein. Das GDV-Muster nennt nur Eltern und Kinder, Partner und den Arbeitgeber. Frag deshalb vorher nach.
Quellen, abgerufen am 6. November 2026: GDV, AKB 2015; HUK-COBURG, Schadenfreiheitsklasse; § 11 VVG. Kein Rechtsrat.
Für deinen Fall sind außerdem SF-Klasse auf den Ehepartner übertragen, SF-Klasse 1/2 und Kündigungsfrist: ein bis drei Monate relevant.
Für deinen Fall sind außerdem Itzehoer kündigen relevant.